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Ausbildung

Zwangspause für DLRG-Schwimmkurse

Veröffentlicht: Samstag, 30.01.2021
Autor: Ina Geske
Eigentlich würden Volkmar Brockhausen (l.) und Nicola Daldrup zusammen mit weiteren Lehrscheininhabern der DLRG-Ortsgruppe Havixbeck derzeit gerne wie gewohnt Kindern im Hallenbad das Schwimmen beibringen. Doch die Corona-Pandemie zwingt sie zur Pause.

Kinder sitzen auf dem Trockenen

Im Havixbecker Hallenbad, wo sonst viele Kinder unter der Anleitung der DLRG-Ortsgruppe das Schwimmen erlernen, herrscht gähnende Leere. Wegen des Lockdowns fallen die Kurse aus. Und die Verantwortlichen der DLRG befürchten, dass die Zahl der Nichtschwimmer in der Gesellschaft durch die Pandemie noch größer wird.

Den Kindern in Havixbeck frühzeitig das Schwimmen beizubringen, hat sich die DLRG-Ortsgruppe zum Ziel gesetzt. Doch die üblicherweise im Winterhalbjahr stattfindenden Kurse fallen wegen des Lockdowns aus. Und so befürchten DLRG-Vorsitzender Volkmar Brockhausen, sein Stellvertreter Jan Behr und die Leiterin des Ressorts Ausbildung, Nicola Daldrup, dass durch die Corona-Pandemie die Zahl der Nichtschwimmer in der Gesellschaft sogar noch wachsen könnte.


Warum ist es wichtig, dass Kinder früh Schwimmen lernen? Ab welchem Alter sollten sie starten?
Nicola Daldrup: Mit dem Erlernen des Schwimmens sollte im Alter von vier bis sechs Jahren begonnen werden. In diesem Alter ist es möglich, dass Kinder die abstrakten Arm- und Beinbewegungen erlernen können. Die Neugier der Kinder kommt dem Lernprozess zugute, Ängste werden schneller überwunden, Vertrauen zu den Ausbildern kann schnell aufgebaut werden. So steht einem optimalen Lernklima nichts im Weg. Ein weiterer Punkt, der für die Schwimmausbildung im Kindergartenalter spricht, ist ganz klar die Sicherheit der Kinder während eines Urlaubs am Meer oder eines Schwimmbadbesuchs. Doch ein Kind, das nur die Grundlagen gelernt ist, ist noch kein sicherer Schwimmer. Denn erst ab den Schwimmabzeichen Bronze/Silber kann davon gesprochen werden, dass ein sicheres Schwimmen möglich ist. Deshalb ist es so wichtig, dass Kinder nicht nur einen Anfängerkurs besuchen, sondern auch an weiteren Kursen teilnehmen. Zudem bricht ab den sechsten bis hin zum zehnten Lebensjahr das sogenannte „Goldene Zeitalter“ zur Festigung des Gelernten an. In dieser Phase der Kindheit ist es wichtig, dass die Basistechnik verfeinert und gefestigt wird.

Wegen des Lockdowns können die DLRG-Schwimmkurse im Hallenbad aktuell nicht stattfinden. Wie viele Kinder sitzen deshalb auf dem Trocknen?
Volkmar Brockhausen: In einem „normalen“ Winter nehmen circa 220 Kinder an den Schwimmkursen teil. Im Frühjahr 2020 mussten wir die Kurse nach der Hälfte abbrechen. Davon waren 90 Kinder betroffen. Ein Kurs mit 15 Teilnehmern konnte gar nicht mehr stattfinden. In den Herbstferien hat ein Kurs stattgefunden. In der Vergangenheit liefen immer sechs Kurse parallel über zehn Wochen. Bedingt durch Corona können wir nur noch vier Kurse anbieten, da zwischen den Kursen Pausen zum Reinigen und Desinfizieren erforderlich sind. Aktuell sind noch 57 Kinder zu den Kursen angemeldet, die eigentlich im Herbst nach den Ferien starten sollten. Wir haben die Hoffnung, dass diese Kurse nach dem Lockdown noch anlaufen können.

Gibt es schon Pläne für einen Neustart bei entsprechenden Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen?
Nicola Daldrup: Die Pläne für Kurse und Schwimmtraining nach dem Lockdown liegen bereits bei uns in der Schublade und konnten durch den Schwimmkurs in den Herbstferien und auch die wenigen möglichen Trainingsstunden in der Wintersaison bereits erprobt werden. Unser Konzept ist dort sehr gut aufgegangen und würde je nach Stand der aktuellen Lage den entsprechenden Verordnungen angepasst werden. Wir sind jederzeit bereit, nach den jeweiligen Beschlüssen schnell zu handeln, um unseren Regelbetrieb der Schwimmkurse sowie das gesamte Vereinsleben wieder zu starten.

Lässt sich das Kursangebot auf die Freibadsaison verschieben oder ausdehnen, um der Nachfrage nach Schwimmkursen gerecht zu werden?
Volkmar Brockhausen: Es ist ganz klar, dass Kurse angeboten werden müssen. Allerdings sind die Ausbildungsbedingungen im Freibad nicht so gut wie im Hallenbad. Die Wassertemperatur ist wesentlich geringer und zudem spielt die Witterung eine große Rolle. Des Weiteren müsste man eine Regelung finden, wie man für Kurse im Freibad verschieden Beckenbereiche im Nicht- und Schwimmerbecken abgrenzen kann. Durch den eventuell höheren Lärmpegel im Freibad wird die Kommunikation zwischen Ausbilder und Teilnehmer erschwert. Trotzdem denken wir darüber nach, ob wir Formen finden, wie wir auch im Sommer die Schwimmausbildung fördern können. Konkrete Ansätze existieren hier aber noch nicht.

Die DLRG warnt schon länger vor einer steigenden Zahl Menschen, die nicht richtig schwimmen können. Verschärft sich durch die Corona-Pandemie dieser Trend noch?
Jan Behr: Leider wird die Antwort wohl „Ja“ heißen. Laut Forsa-Umfragen sind rund 60 Prozent aller Grundschüler und jeder zweite Erwachsene Nichtschwimmer oder haben angegeben, nur sehr schlecht schwimmen zu können. Dies sind Zahlen, die vor der Pandemie erhoben wurden. Da im letzten Jahr deutschlandweit und auch in Havixbeck nur ein Bruchteil der Schwimmkurse angeboten werden konnte, werden sich die Zahlen noch verschlimmern. Nicht nur die fehlenden Kurse sind problematisch. Auch wenn jemand vor der Pandemie zum Beispiel einen Schwimmkurs besucht hat, hatte er im letzten Jahr kaum Zeit und die Möglichkeit das Erlernte zu festigen und steht somit auch wieder am Anfang.

Wie sehen Sie auf Havixbeck bezogen die Chancen, noch mehr Kindern frühzeitig das Schwimmen beizubringen?
Volkmar Brockhausen: Zu Beginn der Corona-Pandemie war die Ausdehnung unserer Schwimmkurse auf die Altersklasse drittes bis fünftes Schuljahr in Vorbereitung, da immer mehr Meldungen von den Schulen an uns herangetragen wurden, dass in den Klassen etliche Kinder noch nicht schwimmen können. Wir müssen Möglichkeiten finden, weitere Kurse anbieten zu können. Die Zeiten im Hallenbad sind knapp, und da wir ausschließlich mit ehrenamtlichen Ausbildern arbeiten, ist hier auch irgendwann eine Belastungsgrenze erreicht. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir mehr Kapazitäten schaffen können, können diese allerdings aufgrund der verschiedenen Einflussfaktoren nicht garantieren.

Hier geht es zum Bericht (Autor: Ansgar Kreuz) in den Westfälischen Nachrichten...

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